Ricky Maserati mit dem Bleifuß –

in diesem Klassiker von Udo Lindenberg steht das für maximale Formel-1-Geschwindigkeit,  bei meinem vierten Auftritt beim alljährlichen Kritzmower Spätsommerlauf eher für das Gegenteil.

Nach einer ziemlich langen läuferischen Sauregurkenzeit nahm ich dieses Event  - als „home-run“ quasi eine Pflichtveranstaltung - zum Anlass, mal wieder die Töppen zu schnüren.
Und ich war nicht der Einzige – Ehrhardt und Holger wollten sich diesen sportlichen Leckerbissen auch nicht entgehen lassen. Dazu noch Jürgen als Groupie – so stand einem neuen Teilnehmerrekord nichts mehr im Wege!
Dieser Lauf hat etwas Nettes und Familiäres – es gibt mehrere kleinere Distanzen für die Kiddies und jedesmal sorgt der selbstgebackene Kuchen für Begeisterung und das notwendige Carbo-Loading. Als Hauptgewinn winkt der „Pokal des Bürgermeisters“ – was anscheinend teilweise zu unlauteren Praktiken verführt hat. Dazu später…
Für mich hat dieser Lauf zudem einen hohen nostalgischen und emotionalen Wert – schließlich war es mein erster offizieller Wettkampf überhaupt im Jahr meiner „Erweckung“ 2010, wo ich den aller-aller-letzten Platz belegen durfte.
Seither bin ich nicht mehr Letzter geworden, aber auf dieser Strecke immer relativ schlecht – vielleicht weil der Flüssigkeitsverlust aufgrund der Tränen der Rührung etwas an der Substanz zehrt… Erst in der zweiten Runde verzog sich das Blei aus den Füßen. Und wie geleakte Fotos dokumentieren, ist der Laufstil in einigen Feinheiten noch ein bisschen optimierungsbedürftig. Erinnert mich an meine Anfangszeit beim Lauftreff – da hatten wir noch einen Peter dabei, und der sagte mal „Du, ich trainiere nebenher so paar Kids, und da hätt ich Dich gern mal dabei“. „ <geschmeichelt> „Ach, wirklich?“ „Ja, als ein perfektes Beispiel, wie man nicht laufen sollte…“.
Holger dagegen zeigte sich gut vorbereitet auf den geplanten Dresden-Marathon und auch Ehrhard konnte eine überdurchschnittliche Performance verbuchen.
Als endlich die 10-km-Einlaufliste ausgehängt wurde, verpasste man vor Schreck glatt die gerade laufende Tombola. Die Fernschreiber der Nachrichtenagenturen weltweit begannen hektisch zu ticken -  der Sieger war mit 15:xx Minuten verzeichnet, während die Wikipedia den aktuellen Weltrekord um 27 min verzeichnete.  Dafür eine erstaunliche Gelassenheit im Zelt der Organisatoren. Vielleicht weil der letzte Finisher mit 24:00:00 verzeichnet war, also jemand beabsichtigte, am nächsten Tag mit seinem erwarteten Einlauf nach einem Ultra-Longtime-Endurance-Race einen noch phantastischeren Rekord hinzulegen.
Am nächsten Tag allerdings waren die beiden Rekordhalter disqualifiziert bzw. korrigiert – und alle restlichen Finisher durften um einen Platz nach vorne rücken.

Hier die relevanten Ergebnisse:

25

Holger Kunkel

M

176

Verein der Freunde Norwegens in Rostock

1955

M 56-99

2

22

46:07  

26

Jörg Völske

M

196

1. LAV Rostock

1954

M 56-99

3

23

46:19  

42

Erhard Fischer

M

169

Verein der Freunde Norwegens in Rostock

1951

M 56-99

4

36

48:36  

(Zu beachten ist, dass die Strecke exakt nur 9600 m lang war)

Das Team Sprintefix war wieder fototechnisch sehr aktiv, wie beigelegte Kollage dokumentiert.
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