Hurtig auf Krabats Spuren
Ein kleiner Familientreff am Wohnort Großkoschen des
„Kleinen“ fiel – rein zufällig – auf das Wochenende des „10. Lausitzer Seenland
100“-Sportevents. Und so konnte es nicht umgangen werden, sich spontan für den
HM anzumelden, während der „Große“ seine Zehengaragen putzte für die
5km-Strecke.
Kaum zu glauben, aber am vorangehenden Freitag herrschte eine noch größere
Hitze+Schwüle als vor dem Schweriner FSL und ich konnte mir nicht vorstellen,
unter diesen Bedingungen auch nur 100m zu laufen. Der Senftenberger See, ein
schon zu DDR-Zeiten geflutetes Tagebaurestloch, bot ein wenig willkommene
Abkühlung. Diese verstärkte sich am Samstag radikal im Gefolge apokalyptischer
Gewitter- und Hagel-Unwetter, so dass man sich fragte, ob man überhaupt lebend
zum abendlichen Startort durchdringen würde. Mit völlig abgewetzten
Scheibenwischern erreichten wir den letztes Jahr entdeckten „geheim“-Parkplatz,
von dem es jedoch noch 1 km bis zum Startplatz am neuen Senftenberger Hafen war
– zum Üben auf der späteren Rennstrecke. Aber oh Wunder – Regen vorbei, der Weg
ist frei.
Mit ½ h Verspätung dann endlich der Startschuss. Im Gegensatz zu den letzten
Rennen musste ich diesmal konstatieren, dass das System einfach nicht
hochfahren wollte. 8km lang bleischwere Füße und Null-Bock-Mentalität. Kaum ein
Blick für die schöne Umgebung. Es dampfte aber auch sehr viel Feuchtigkeit
daraus hoch und man schwitzte eher nach innen als nach außen. Beim Erreichen
des „Rostigen Nagel“s, ein riesiger, imposanter, aus bestem Schiffbaustahl
gefräster Aussichtsturm, kamen dann endlich die Lebensgeister zurück – denn es
war nur noch 1km bis zum Wendepunkt. Und endlich haben die Beinchen richtig
gewirbelt, um sich in dem Pulk, der vorher noch so mitleidlos vorbeigezogen
war, wieder etwas nach vorne durchzuarbeiten. Und auch der einzige ernsthafte
M60-Konkurrent konnte am Ende noch niedergerungen werden.
In Senftenberg wird atomgenau gemessen – so wurden exakt 11,99 km/h
registriert. Immerhin 0,03 mehr als letztes Jahr. Eine moderate Steigerung, die
den Körper nicht überfordert. Den Hausarzt wird’s freuen.
Die Ganz-Marathoni im Übrigen haben die o.a. Unwetterkatastrophen voll
mitgenommen. Niemals zuvor hab ich solche durchweichten, zerknitterten,
unleserlichen Startnummern gesehen. Und so stolze Sportlerpersönlichkeiten.