Fick Dich - Achillessehne!

Nachdem ich mich in dreijähriger Kleinarbeit im Mittelfeld der Volkslaufszene einnisten konnte, hat die Achillessehne eine zu intensive Trainingswoche (mit neuen Schuhen...) im März als Anlaß eines Langzeitschmollens genommen. Jeder Versuch des Wiedereinstiegs, wenn „es“ sich eigentlich wieder ganz gut anfühlte, wurde bestraft. Und die reduzierten Trainingsumfänge schlugen natürlich auch durch. Der übliche Kram, wie Elektroschocks, Salben aller Art, Eis, allerlei Dehnungskunststückchen, Achillodyn-Socke, Tapen etc. brachte bisher nicht wirklich was. Der Kalender wimmelt von durchgestrichenen Laufereignissen. Und dann immer die Laufberichte beim Sprintefix lesen…
Plötzlich der heiße Hinweis in der OZ – das Boddenschwimmen. Da ich mich mittlerweile eh mehr auf Schwimmen (und Radfahren) verlegt hatte, um nicht völlig zu verfetten, war sofort klar: da muss ich hin! Einmal der Sehne zeigen, dass man auch ohne sie ganz gut vorwärts kommt! Allerdings geht es dort über 1000m – gut zwei- bis dreimal so viel wie meine üblichen Spaddelrunden in der Ostsee. Aber da ich meine Krauldistanzen kontinuierlich verbessert hatte, meinte ich das passabel überleben zu können.
In Ribnitz zeigte sich, dass auch Andere die gleiche Idee hatten –es gab ein überraschendes und freudiges Wiedersehen mit Gerlind Michaelis( + Sohn Hauke), Gerd Eichler und anderen Läuferpersönlichkeiten.
Die Überfahrt nach Pütnitz begann bei strahlendem Sonnenschein, fast Windstille und ausgeprägtem Ententeichcharakter des Boddens. Das sollte beim Start-Signal ganz anders aussehen – finstere Bewölkung, ein fieser seitlicher Wind und sich sofort aufbauende eklige Kabbel-Welligkeit. Und das andere Ende sah wirklich viel, viel weiter weg aus als die übernächste Boje in Warnemünde auszusehen pflegt…
Kurzum, es war ein Kampf. Meine Kraulkünste habe ich nach 20m stecken lassen – ging nicht bei den Wellen. Dann wurde man ständig nach links abgetrieben und musste sich immer wieder gegen Wind und Wellen in die Mitte des Parcours zurückkämpfen, was mehr Kraft kostete, als die zehnfache Strecke vorwärts zu kommen.
Am Ende (drittletzter Herr nach endlosen 40min) empfand ich es als eine sehr sinnvolle Idee, dass man nicht ganz alleine aus dem Wasser steigen musste, sonder eher herausgezogen wurde. Sonst würd ich da wahrscheinlich jetzt noch liegen, so halb im Wasser :-P. Mental aufgebaut durch die Durchsage "...und jetzt begrüßen wir Evelyn, mit 71 Jahren die heutige älteste Teilnehmerin".
Der Sieger übrigens hatte die Plackerei schon nach 19min überstanden, und fand die Bedingungen sicher nicht so drastisch wie ich. Und als zweiter Sieger durfte schon Hauke (Michaelis) aufs Treppchen steigen!!

Nun, es war eine interessante Grenzerfahrung. Aber Laufen ist doch noch ein bisschen schöner…